Wie erklärt Ihr Euren Gästen den Weg zur Location?

Wie erklärt Ihr Euren Gästen den Weg zur Location?

7 Min. Lesezeit

Gäste brauchen fünf Angaben: eine Adresse, die das Navigationsgerät findet, eine klare Ankunftszeit, einen Satz zum Parken, einen zur Anreise ohne Auto und einen zum Rückweg am Abend. Fehlt eine davon, klingelt am Hochzeitsmorgen Euer Telefon — und zwar bei der Person, die an diesem Morgen am wenigsten Zeit hat.

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Die Anfahrt ist der Teil der Hochzeitsplanung, der am spätesten geschrieben und am häufigsten gelesen wird. Sie steht meist in einem Absatz auf der Einladung, entstanden zu einem Zeitpunkt, an dem noch nicht feststand, wo genau der Bus hält und ob die Zufahrt über den Wirtschaftsweg erlaubt ist.

Hier steht, welche Angaben Gäste tatsächlich brauchen, wie Ihr eine Adresse prüft, bevor Ihr sie verschickt, was bei zwei Orten an einem Tag dazukommt und wo diese Informationen stehen sollten, damit sie noch änderbar sind. Um die Frage, wie Ihr Parkplätze organisiert und Ankunftszeiten staffelt, geht es hier bewusst nicht — das ist eine Planungsfrage und keine Kommunikationsfrage.

1. Die Adresse, die wirklich ins Navigationsgerät gehört

Bevor Ihr eine Adresse verschickt, gebt sie in zwei verschiedene Kartendienste ein und schaut, wo der Punkt landet. Bei Häusern in Innenstädten stimmt er fast immer. Bei Höfen, Scheunen, Almen und allem, was am Ortsrand liegt, landet er regelmäßig an der falschen Straßenseite, am Haupthaus statt am Veranstaltungsgebäude oder auf einem Feldweg, der für Gäste gesperrt ist.

Vier Angaben lösen das Problem dauerhaft:

  • Die postalische Adresse für die Einladung und den Briefverkehr.
  • Die Zufahrtsadresse, falls sie abweicht — also die, die Ihr wirklich eintippen sollt.
  • Geografische Koordinaten für alle Fälle, in denen kein Kartendienst den Ort kennt. Sie funktionieren in jedem Navigationsgerät.
  • Ein Satz zur letzten Abzweigung, zum Beispiel: nach dem Ortsschild die zweite Straße rechts, das Tor mit dem roten Briefkasten.

Der letzte Punkt wirkt altmodisch und ist der wirksamste. Kartendienste bringen Menschen in die Nähe; die letzten zweihundert Meter entscheiden darüber, ob jemand pünktlich ankommt oder zweimal wendet. Fragt das Haus danach — es kennt die Stelle, an der Gäste regelmäßig falsch abbiegen, und nennt sie Euch in einem Satz.

Die Adresse, die Ihr kennt, und die Adresse, die das Navigationsgerät kennt, sind bei Landlocations erstaunlich oft zwei verschiedene Orte.

2. Die fünf Angaben, die Gäste brauchen

Alles, was darüber hinausgeht, wird nicht gelesen. Alles, was fehlt, wird erfragt.

AngabeWas konkret hineingehört
AdresseZufahrtsadresse plus Koordinaten, dazu die letzte Abzweigung
ZeitWann Ihr Gäste erwartet, nicht wann die Zeremonie beginnt
ParkenWo, wie viele Plätze, kostenpflichtig, wie weit zu Fuß
Ohne AutoNächster Bahnhof, letzte Verbindung, Taxinummer der Region
RückwegWie man nach Mitternacht wieder wegkommt

Der Unterschied zwischen Ankunftszeit und Beginn ist der wichtigste Satz der ganzen Seite. Wer schreibt „Trauung um 14 Uhr“, bekommt Gäste, die um 13:58 Uhr auf den Parkplatz fahren. Wer schreibt „Ankunft ab 13:15 Uhr, Beginn 14 Uhr“, bekommt einen ruhigen Empfang. Wie sich diese Zeiten in den Gesamtablauf einfügen, steht im Beitrag zum Ablaufplan.

Die Angabe zum Rückweg wird fast immer vergessen und ist die, nach der abends gefragt wird. In vielen ländlichen Regionen Deutschlands fährt der letzte Bus deutlich vor Mitternacht, und Taxis müssen vorbestellt werden, weil sie nicht am Ort stehen. Ein Satz dazu in der Einladung erspart Euch das Organisieren um ein Uhr nachts.

2. Die fünf Angaben, die Gäste brauchen — Wie erklärt Ihr Euren Gästen den Weg zur Location?

3. Zwei Orte an einem Tag

Sobald Trauung und Feier an verschiedenen Orten stattfinden, verdoppelt sich die Wegbeschreibung nicht — sie verdreifacht sich, weil ein dritter Weg dazukommt: der Weg zwischen den beiden.

Schreibt für diesen Fall drei Blöcke statt einem. Erster Block: Anfahrt zum Trauort mit Parkhinweis. Zweiter Block: der Weg von dort zur Feier, mit Fahrzeit und der Angabe, wann man losfahren soll. Dritter Block: die Feierlocation selbst, mit Parken und Rückweg. Diese Trennung klingt nach viel Text und ist in Wahrheit kürzer als ein Absatz, in dem alles vermischt ist.

Rechnet die Fahrzeit zwischen den Orten großzügig. Eine Gruppe braucht regelmäßig das Doppelte dessen, was die Karte anzeigt: Nach der Zeremonie wird gratuliert, fotografiert und auf Nachzügler gewartet, und der letzte Wagen fährt oft zwanzig Minuten nach dem ersten los. Bei einer Kartenzeit von fünfzehn Minuten plant Ihr also mit rund vierzig, vom letzten Gratulanten bis zum letzten Ankömmling.

Und schreibt dazu, wer wen mitnehmen kann. Bei Hochzeiten reisen erfahrungsgemäß einige Gäste ohne Auto an, und die Frage „Wie komme ich zur zweiten Adresse?“ landet sonst bei den Trauzeugen. Eine Zeile in der Rückmeldung — braucht Ihr eine Mitfahrgelegenheit? — löst das im Voraus. Wie Ihr solche Zusatzangaben mit den Zusagen zusammen einsammelt, steht im Beitrag zur Online-Rückmeldung.

4. Shuttle: wann er sich lohnt

Ein Bus löst mehrere Probleme auf einmal — Parkplatzmangel, Alkohol am Steuer, Gäste ohne Auto — und schafft ein neues: eine feste Abfahrtszeit, an die sich alle halten müssen.

Die Rechnung ist überschaubar. Ein Reisebus fasst je nach Modell etwa fünfzig Personen. Bei 90 Gästen, von denen zwei Drittel den Shuttle nutzen, sind das 60 Personen — also entweder zwei Busse gleichzeitig oder ein Bus, der zweimal fährt und dabei die Ankunft um mindestens eine halbe Stunde streckt. Was ein Transfer kostet, hängt in Deutschland stark von Region, Wochentag und Uhrzeit ab; holt zwei Angebote ein, bevor Ihr rechnet.

Wenn Ihr Euch für einen Shuttle entscheidet, braucht Ihr drei Angaben in der Kommunikation, und alle drei müssen stimmen:

  1. Abfahrtsort und -zeit, jeweils für Hin- und Rückfahrt, mit dem Hinweis, dass der Bus nicht wartet.
  2. Wer mitfährt, weil der Bus nach Personen bezahlt wird und Ihr die Zahl vorher braucht.
  3. Was die Alternative ist, für alle, die früher gehen oder länger bleiben wollen.

Der letzte Punkt entscheidet über die Stimmung am Abend. Ein Shuttle, der um 23 Uhr einmalig zurückfährt, beendet die Feier um 23 Uhr — unabhängig davon, wie lange die Location geöffnet hat. Zwei Rückfahrten, etwa um 23 Uhr und um 1 Uhr, kosten mehr und retten den zweiten Teil des Abends.

4. Shuttle: wann er sich lohnt — Wie erklärt Ihr Euren Gästen den Weg zur Location?

5. Wo diese Angaben stehen sollten

Papier ist gut zum Einladen und schlecht zum Aktualisieren. Genau darin liegt das Problem: Die Anfahrt ist die Information, die sich am häufigsten ändert — der Parkplatz wird verlegt, der Shuttle bekommt eine zweite Abfahrt, die Zufahrt ist wegen einer Baustelle gesperrt.

Bewährt hat sich eine Aufteilung. Auf die Einladung kommen Datum, Uhrzeit, Ort und ein Verweis darauf, wo die Details stehen. Die Details selbst stehen an einer Stelle, die Ihr bis zum Vortag ändern könnt. Auf einer Hochzeitswebsite ist genau das der Bereich für Orte und Anreise: Adresse, Karte, Parken, Bahnverbindung, Shuttlezeiten — sichtbar für alle Gäste, änderbar von Euch, ohne dass jemand etwas neu drucken muss. Welche Angaben dort sonst noch sinnvoll zusammenlaufen, zeigt die Übersicht der Funktionen einer Hochzeitsseite.

Zwei Gruppen braucht Ihr trotzdem gesondert im Blick. Gäste ohne Internetzugang bekommen die Angaben ausgedruckt — ein halber DIN-A5-Zettel in der Einladung genügt. Und alle, die anreisen und übernachten, brauchen die Informationen früher als der Rest, nämlich zum Zeitpunkt der Save-the-Date-Karte, weil sie dann buchen.

Am Hochzeitsmorgen gilt schließlich eine letzte Regel: Nicht Ihr seid die Telefonnummer für Verirrte. Nennt eine Person, die erreichbar ist und den Weg kennt, und schreibt ihre Nummer dorthin, wo die Anfahrt steht.

Eine gute Wegbeschreibung besteht aus fünf Angaben, einer geprüften Adresse und einer Telefonnummer, die nicht Euch gehört. Wer sie an einer änderbaren Stelle sammelt statt allein auf Papier, muss sie genau einmal schreiben — und kann sie trotzdem bis zum Vortag korrigieren.

Der nächste Schritt: Gebt die Adresse Eurer Location in zwei Kartendienste ein und fahrt die letzten zwei Kilometer einmal selbst ab. Was Euch dabei auffällt, ist der Satz, der in die Einladung gehört.

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