Brautfrisur und Make-up: Welche Entscheidungen wirklich anstehen

Brautfrisur und Make-up: Welche Entscheidungen wirklich anstehen

8 Min. Lesezeit

Frisur und Make-up sind weniger eine Geschmacks- als eine Terminfrage. Vier Entscheidungen hängen zusammen: wer von Euch überhaupt gestylt wird, wer es macht, ob im Salon oder bei Euch vor Ort, und wann es beginnt. Erst diese vier ergeben eine Uhrzeit, und die Uhrzeit bestimmt, wann Ihr am Hochzeitsmorgen aufsteht.

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Die meisten Beiträge zu diesem Thema zeigen Frisuren. Das hilft bei der Auswahl, aber nicht bei den Fragen, die tatsächlich anstehen und die eine Woche vorher noch offen sind: Kommt jemand zu Euch oder fahrt Ihr hin, wie lange dauert es je Person, wer bezahlt die Begleitpersonen, und was passiert, wenn die gebuchte Person krank wird.

Dieser Beitrag beantwortet genau diese Fragen. Er gilt für alle, die sich stylen lassen, unabhängig davon, wer von Euch das Kleid und wer den Anzug trägt: Auch für den zweiten Teil des Paares wird häufig ein Termin gebucht, und er fällt in den Planungen regelmäßig unter den Tisch.

1. Vier Entscheidungen, die zusammenhängen

Diese vier Fragen lassen sich nicht einzeln beantworten. Jede Antwort verändert die übrigen drei, deshalb gehören sie in einem Zug entschieden.

FrageWas daran hängt
Wer wird gestylt?Nur eine Person, das Paar, oder auch Trauzeugen, Eltern und Kinder. Jede zusätzliche Person verlängert den Morgen um eine halbe bis eine Stunde.
Wer macht es?Der eigene Salon, eine auf Hochzeiten spezialisierte Person, zwei getrennte Fachleute für Haare und Make-up, oder Ihr selbst.
Wo findet es statt?Im Salon, in der Unterkunft, zu Hause oder in der Location. Das entscheidet über Fahrzeiten, Licht und Platz.
Wann beginnt es?Ergibt sich aus den drei Antworten darüber und aus der Uhrzeit der Trauung, nicht umgekehrt.

Die häufigste Fehlentscheidung ist die erste. Wer spontan zusagt, dass Mutter, Schwester und zwei Trauzeuginnen mitgestylt werden, hat den Morgen um zweieinhalb bis vier Stunden verlängert und muss entweder eine zweite Fachkraft buchen oder deutlich früher beginnen. Beides ist machbar, wenn es entschieden wurde. Unangenehm wird es, wenn es sich am Vorabend ergibt.

Entscheidet deshalb zuerst, wer dazugehört, und sagt es dann klar. Ein Satz wie: Wir buchen Styling für uns beide, alle anderen gern beim eigenen Friseur, ist keine Unfreundlichkeit, sondern eine Planungsgrundlage, die auch für die anderen Beteiligten einfacher ist.

Ein Stylingtermin ist keine Dienstleistung, die Ihr bucht, sondern ein Block im Zeitplan des Hochzeitsmorgens.

2. Salon oder mobil: der Unterschied ist nicht nur der Weg

Beide Varianten funktionieren. Sie unterscheiden sich in Zeit, Kosten und in einem Punkt, den man erst am Morgen selbst merkt: dem Licht.

PunktIm SalonBei Euch vor Ort
ZeitaufwandHin- und Rückweg kommen dazu, meist zweimal dreißig Minuten oder mehrkeine Fahrt für Euch, dafür Aufbauzeit für die Fachkraft
Kostenkeine Anfahrt, oft günstigerer GrundpreisAnfahrtspauschale, teils Zuschlag für frühe Uhrzeiten
Ausstattungalles da, Waschbecken inklusiveIhr müsst Strom, Tisch, Stuhl, Spiegel und Platz stellen
Lichtgleichmäßig und dafür gemachtTageslicht am Fenster ist besser, jede Deckenlampe ist schlechter
Fotosselten geeignetder Vorbereitungsraum ist ein Fotomotiv, entsprechend aufräumen

Wenn Ihr mobil bucht, klärt vorher drei Dinge, an die niemand von allein denkt: Wo steht ein Tisch am Fenster, wo ist die nächste Steckdose, und wer sorgt dafür, dass der Raum um diese Uhrzeit frei und aufgeräumt ist. Fragt außerdem nach der Anfahrtspauschale und danach, ab welcher Uhrzeit ein Frühzuschlag anfällt. Beides ist in Deutschland üblich, die Höhe unterscheidet sich stark, und beides steht selten in der ersten Preisliste.

Ein Sonderfall ist der eigene Salon. Er kennt Eure Haare, ist aber am Samstagmorgen oft mit dem regulären Betrieb ausgelastet und kommt selten heraus. Fragt trotzdem: Manche Salons bieten Hochzeitstermine vor der Öffnungszeit an, und das ist häufig die entspannteste Lösung von allen.

2. Salon oder mobil: der Unterschied ist nicht nur der Weg — Brautfrisur und Make-up: Welche Entscheidungen wirklich anstehen

3. Reihenfolge und Dauer am Hochzeitsmorgen

Aus den Entscheidungen wird ein Zeitplan, und der rechnet sich rückwärts von der Trauung. Diese Richtwerte gelten pro Person und sind großzügig gemeint, weil ein Morgen, der zu früh fertig ist, niemandem schadet.

SchrittDauer
Haare der Person, die als erste fertig sein muss60 bis 90 Minuten
Make-up derselben Person45 bis 60 Minuten
Je weitere Person, Haare und Make-up zusammen45 bis 60 Minuten
Ankleiden mit Hilfe20 bis 30 Minuten
Puffer vor dem Aufbruchmindestens 30 Minuten

Zur Reihenfolge gibt es zwei brauchbare Regeln. Erstens: Wer als letzte Person fertig wird, sollte die Person sein, die als erste gesehen wird, damit das Ergebnis frisch ist. Zweitens: Angezogen wird nach dem Make-up, nicht davor, und zwar mit Hilfe und ohne über den Kopf. Wer ein Kleid trägt, das nur über den Kopf geht, sagt das vorher an, dann wird das Make-up entsprechend geplant.

Der Schleier oder der Haarschmuck wird von der Fachkraft befestigt, bevor sie geht. Klärt das ausdrücklich, sonst steckt ihn eine Stunde später jemand fest, der es zum ersten Mal macht. Wenn Ihr Fotos vor der Trauung plant, verschiebt sich der ganze Block nach vorn: Rechnet dann mit weiteren sechzig bis neunzig Minuten und legt den Beginn entsprechend früher. Wie Ihr den ganzen Tag in einen Ablauf bringt, steht in unserem Beitrag zum Ablaufplan, und was für die Fotos am Morgen nützlich ist, sammelt die Fotografie-Checkliste.

4. Was ins Angebot gehört, bevor Ihr zusagt

Stylingtermine werden oft mündlich vereinbart, und genau daran scheitern sie. Verlangt eine schriftliche Zusage mit diesen sieben Punkten.

  1. Uhrzeit und Ort, nicht nur der Tag. Dazu die Zeit, die eingeplant ist.
  2. Die Zahl der Personen und was pro Person berechnet wird.
  3. Anfahrt und Zuschläge, getrennt ausgewiesen, inklusive der Frage, ab wann ein Frühzuschlag gilt.
  4. Probestyling: ob es enthalten ist, was es extra kostet und ob es angerechnet wird.
  5. Bleiben oder gehen: Manche bleiben gegen Aufpreis bis nach den ersten Fotos und schminken nach. Klärt, ob Ihr das wollt.
  6. Ausfallregelung: Wer kommt, wenn die gebuchte Person krank wird. Eine Vertretung im Netzwerk ist ein gutes Zeichen, keine Ausrede.
  7. Anzahlung und Stornofristen, beidseitig. Auch für den Fall, dass Ihr den Termin verschiebt.

Punkt sechs ist der wichtigste und wird fast nie gestellt. Am Hochzeitsmorgen gibt es keinen Ersatz für eine Fachkraft, die nicht erscheint, und die Wahrscheinlichkeit einer Krankmeldung ist über zwölf Monate hinweg nicht klein. Fragt danach in einem Ton, der zeigt, dass es Euch um Planung geht, nicht um Misstrauen.

Rechnet die Kosten für alle Personen zusammen und tragt die Summe als eigenen Posten ins Budget ein, statt sie unter Sonstiges zu führen. Bei zwei gestylten Personen plus Probestyling entsteht schnell ein Betrag in der Größenordnung eines guten Abendessens für die halbe Hochzeitsgesellschaft. Wie viel Spielraum Ihr dafür habt, zeigt Euch unser Budgetrechner.

4. Was ins Angebot gehört, bevor Ihr zusagt — Brautfrisur und Make-up: Welche Entscheidungen wirklich anstehen

5. Was Ihr selbst vorbereitet

Der kleinere Teil, aber der mit den unangenehmsten Überraschungen. Fünf Punkte, die Ihr in den Wochen davor selbst erledigt.

  • Nichts Neues kurz vorher. Keine neue Haarfarbe, kein neuer Schnitt, keine erste Kosmetikbehandlung in der Woche davor. Was Ihr ändern wollt, ändert Ihr mindestens vier Wochen vorher, damit noch Zeit für eine Korrektur bleibt.
  • Haare waschen am Vortag, nicht am Morgen selbst. Frisch gewaschene Haare halten Frisuren schlechter. Fragt trotzdem nach, manche Fachleute wünschen es anders.
  • Neue Produkte testen, auch die, die Ihr geschenkt bekommt. Eine Reaktion auf ein unbekanntes Produkt ist selten, aber am Hochzeitsmorgen nicht zu reparieren.
  • Vorsicht mit Bräunung, ob aus der Sonne oder aus der Tube. Beides verändert den Hautton und damit die Farbabstimmung, und ein Rand am Ausschnitt ist auf jedem Foto zu sehen.
  • Bilder statt Worte. Sammelt drei Fotos von dem, was Ihr wollt, und drei von dem, was Ihr auf keinen Fall wollt. Die zweite Gruppe ist die nützlichere und wird fast nie mitgebracht.

Für den Tag selbst gehören Puder, Lippenstift oder Lipgloss in Eurem Ton und ein paar Haarnadeln in die Tasche einer Person, die immer in der Nähe ist. Was sonst noch hineingehört, sammelt unsere Notfallset-Checkliste.

Ob sich vorher ein Probestyling lohnt, hängt vor allem davon ab, ob die Person Euch und Eure Haare schon kennt und wie stark Ihr vom Alltag abweicht. Wir behandeln diese Entscheidung in einem eigenen Beitrag zum Probestyling, weil sie an Kosten und Terminlage hängt und nicht am Geschmack.

Frisur und Make-up sind entschieden, sobald vier Antworten stehen: wer, durch wen, wo und ab wann. Aus diesen vier ergibt sich eine Uhrzeit, und diese Uhrzeit ist die einzige Zahl, die am Hochzeitsmorgen wirklich zählt. Alles andere, von der Ausfallregelung bis zum Puder in der Tasche, hängt daran.

Der nächste sinnvolle Schritt ist eine kurze Liste: Schreibt auf, wer gestylt wird, und rechnet die Dauern aus Abschnitt drei zusammen. Wenn dabei ein Beginn vor sieben Uhr morgens herauskommt, ist es Zeit für eine zweite Fachkraft oder für eine kürzere Liste.

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