RSVP-Frist: Bis wann brauchen wir die Zusagen?

RSVP-Frist: Bis wann brauchen wir die Zusagen?

8 Min. Lesezeit

Setzt die Rückmeldefrist auf vier bis sechs Wochen vor der Hochzeit. Location und Caterer verlangen die endgültige Personenzahl üblicherweise sieben bis vierzehn Tage vorher. Die Differenz ist Euer Puffer für Nachfassen, Sitzordnung und Druck. Rechnet immer von der Frist des Dienstleisters rückwärts, nie vom Datum der Einladung vorwärts.

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Dieser Artikel zeigt, wie Ihr die Frist aus dem Vertrag Eurer Location zurückrechnet, statt sie zu schätzen. Ihr seht, welcher Abstand als Puffer realistisch ist, warum eine sehr frühe Frist mehr schadet als nützt und welche weiteren Termine an der Rückmeldung hängen, von den Menükarten bis zur Abruffrist des Hotels. Am Ende steht ein Datum, das Ihr auf die Karte schreiben könnt.

1. Rückwärts rechnen statt vorwärts raten

Der erste Schritt findet nicht auf der Einladung statt, sondern im Vertrag. Sucht dort nach der Frist für die endgültige Personenzahl. Sie heißt je nach Haus Garantiezahl, Mindestpersonenzahl oder schlicht Meldefrist. Üblich sind sieben bis vierzehn Tage vor dem Termin, bei Zeltfeiern und externem Catering auch drei Wochen.

Fragt im selben Gespräch zwei Dinge nach, die selten im Vertrag stehen. In welche Richtung ist die Zahl danach noch beweglich? Bis wann? Viele Häuser nehmen bis zwei oder drei Tage vorher zusätzliche Gäste an, senken die Zahl aber nach der Frist nicht mehr. Wer das weiß, plant den Puffer in die richtige Richtung.

Danach rechnet Ihr von diesem Datum aus rückwärts:

  1. Frist des Dienstleisters als Ausgangspunkt, zum Beispiel zehn Tage vorher.
  2. Plus sieben Tage für Sitzordnung, Platzkarten und Druck.
  3. Plus vierzehn Tage für das Nachfassen bei allen, die schweigen.

Zehn plus sieben plus vierzehn ergeben 31 Tage. Aufgerundet liegt Eure Frist damit fünf Wochen vor der Hochzeit. Verlangt Euer Caterer die Zahl schon drei Wochen vorher, verschiebt sich alles um zwei Wochen nach vorn. Ihr landet dann bei sieben Wochen. Genau deshalb taugt keine allgemeine Faustregel als Ersatz für diese eine Subtraktion.

Findet sich im Vertrag keine solche Klausel, fragt schriftlich nach und lasst Euch das Datum per E-Mail bestätigen. Häuser ohne feste Meldefrist arbeiten oft mit einer mündlichen Absprache, die in der letzten Woche niemand mehr rekonstruieren kann. Ein Satz in einer E-Mail genügt als Grundlage für Eure gesamte Rückwärtsrechnung.

Die Rückmeldefrist ist kein Wunschtermin, sondern das Ergebnis einer Subtraktion, die im Vertrag Eurer Location beginnt.

2. Warum eine zu frühe Frist genauso schadet

Viele Paare setzen die Frist vorsichtshalber sehr früh und halten das für die sichere Variante. Sie ist es nicht. Eine Frist, die drei Monate vor der Hochzeit liegt, erzeugt drei Probleme auf einmal.

Erstens antworten Menschen ehrlich nur für einen Zeitraum, den sie überblicken. Wer im Februar für einen Termin im Juni zusagen soll, sagt zu und meint vielleicht. Diese weichen Zusagen kippen später, meist genau in der Woche, in der Ihr die Zahl bereits gemeldet habt.

Zweitens verlieren frühe Fristen ihre Wirkung. Eine Karte, deren Frist noch acht Wochen entfernt liegt, wird zur Seite gelegt. Ihr fasst dann nicht einmal nach, sondern zweimal.

Drittens verschenkt Ihr Informationen. Je näher die Hochzeit rückt, desto belastbarer sind die Antworten zu Übernachtung, Anreise und Kinderzahl. Eine sehr frühe Abfrage liefert Daten, die Ihr später ohnehin noch einmal erheben müsst.

Als brauchbarer Korridor hat sich Folgendes bewährt: nicht früher als acht Wochen vor der Hochzeit, nicht später als drei. Innerhalb dieses Fensters entscheidet allein die Frist Eurer Dienstleister. Liegt Eure Rechnung außerhalb des Korridors, stimmt meist eine der drei Zahlen nicht.

Eine sinnvolle Ausnahme gibt es. Wenn viele Gäste weit anreisen, hilft eine zweistufige Abfrage: eine unverbindliche Voranfrage sehr früh für die grobe Planung, die sich gut an den Versandtermin des Save-the-Date hängen lässt, dazu die verbindliche Zusage zum regulären Termin. Wichtig ist, dass nur die zweite zählt. Sagt das ausdrücklich dazu, sonst halten Gäste die erste Antwort für erledigt.

2. Warum eine zu frühe Frist genauso schadet — RSVP-Frist: Bis wann brauchen wir die Zusagen?

3. Was sonst noch an dieser Frist hängt

Die Personenzahl ist nur der offensichtlichste Empfänger Eurer Zusagen. Ein halbes Dutzend weiterer Termine wartet ebenfalls auf sie. Einige liegen früher, als man vermutet.

MeilensteinWochen vor der Hochzeit
Abruffrist des Hotels für reservierte Zimmer4 bis 8
Eure Rückmeldefrist4 bis 6
Nachfassen bei allen, die schweigen3 bis 4
Menüwahl und Unverträglichkeiten an die Küche3
Menü- und Platzkarten in den Druck2 bis 3
Sitzordnung final1 bis 2
Endgültige Personenzahl an Location und Caterer1 bis 2
Tischplan an die Location1
Änderungen nur noch telefonisch0 bis 1

Zwei Zeilen darin überraschen regelmäßig. Die Abruffrist des Hotels liegt oft vor Eurer eigenen Frist, weil reservierte Zimmer typischerweise vier bis acht Wochen vorher zurückgehen. Wer die Zusagen erst danach beisammen hat, verhandelt zu spät. Der Druck von Menü- und Platzkarten braucht bei den meisten Anbietern fünf bis zehn Werktage plus Versand, ist also kein Wochenendprojekt.

An derselben Zahl hängen außerdem die Bestellung der Torte, die Stückzahl der Gastgeschenke und die Getränkemenge. Diese drei lassen sich meist bis kurz vor dem Termin anpassen, weshalb sie in der Tabelle fehlen. Verlasst Euch darauf aber nicht ungeprüft, denn manche Konditoreien arbeiten mit vier Wochen Vorlauf.

Übertragt die Tabelle einmal in echte Daten. Aus Wochenangaben werden dabei Wochentage. Ihr seht sofort, ob zwei Termine auf dieselben drei Tage fallen.

4. Den Puffer richtig bemessen

Der Puffer ist nicht die Frist selbst, sondern der Abstand zwischen Eurer Frist und der Frist Eurer Dienstleister. Zwei Wochen sind das Minimum, drei sind angenehm, vier machen die Frist unglaubwürdig.

Rechnet als Faustregel damit, dass zum Stichtag noch etwa ein Fünftel der Antworten fehlt. Bei 120 eingeladenen Personen sind das rund zwei Dutzend offene Rückmeldungen, verteilt auf zehn bis fünfzehn Haushalte. Diese Menge lässt sich in zwei Wochen abarbeiten, in drei Tagen nicht.

GästezahlOffene Rückmeldungen zum StichtagEmpfohlener Puffer
bis 50etwa 102 Wochen
50 bis 100etwa 202 bis 3 Wochen
über 10025 und mehr3 Wochen

Zwei Gewohnheiten halten den Puffer stabil. Zählt erstens Haushalte statt Köpfe. Vierundzwanzig fehlende Personen sind selten vierundzwanzig Gespräche, sondern meist zwölf. Tragt zweitens zwei feste Abende für das Nachfassen in den Kalender ein, solange dort noch Platz ist. Im letzten Monat vor der Hochzeit findet Ihr keinen freien Abend mehr.

Behandelt den Puffer nicht als heimliche zweite Frist. Sobald sich herumspricht, dass nach dem Stichtag noch drei Wochen Zeit sind, verschiebt sich das Antwortverhalten genau um diese drei Wochen. Kommuniziert nur ein Datum.

Mit einzelnen sehr späten Absagen ist trotzdem zu rechnen, meist aus Gründen, die niemand beeinflussen kann. Dafür braucht es keinen größeren Puffer, sondern eine getrennte Vorgehensweise kurz vor dem Termin.

4. Den Puffer richtig bemessen — RSVP-Frist: Bis wann brauchen wir die Zusagen?

5. Eine Frist, die auch wirklich funktioniert

Eine Frist wirkt nur, wenn sie eindeutig ist, an einem Ort steht und eine Antwort leicht macht. Vier Details entscheiden darüber.

  • Ein Datum, kein Zeitraum: „bis zum 12. April“ wirkt, „möglichst bald“ wirkt nicht. Legt das Datum auf einen Sonntag. Die meisten Menschen erledigen Post am Wochenende.
  • Ein Kanal: Antwortkarte oder Formular, nicht beides und schon gar nicht zusätzlich per Nachricht. Drei Kanäle bedeuten drei Listen und mindestens eine doppelte Zusage.
  • Eine Bestätigung: Wer antwortet, bekommt sofort eine kurze Rückmeldung. Ohne sie melden sich Menschen entweder zweimal oder gar nicht mehr.
  • Dieselbe Frist überall: auf der Karte, im Formular, in jeder mündlichen Erwähnung. Zwei unterschiedliche Daten im Umlauf machen jede Nachfrage angreifbar.

Formuliert die Bitte selbst so kurz wie möglich. „Bitte gebt uns bis zum 12. April Bescheid, ob Ihr dabei seid“ ist eine vollständige Anweisung. Ein längerer Absatz über die Wichtigkeit der Rückmeldung verbessert die Quote nicht, er verlängert nur die Karte.

Praktisch heißt das, dass Ihr den Stand jederzeit ohne Zettel sehen können solltet. Wenn Zusagen, Absagen und offene Fälle auf Eurer Hochzeitswebsite zusammenlaufen, ist die Liste der Schweigenden am Stichtag ein Klick und keine Abendbeschäftigung.

Nennt schließlich eine Person, die Rückfragen beantwortet, mit Namen und Telefonnummer. Ein Gast, der nicht weiß, wen er fragen soll, antwortet später oder gar nicht.

Die Rückmeldefrist ist einer der wenigen Termine der Hochzeitsplanung, den Ihr exakt ausrechnen könnt, statt ihn zu schätzen. Alles, was Ihr dafür braucht, steht in Eurem Vertrag mit der Location. Der nächste Schritt: Sucht die Frist für die endgültige Personenzahl heraus, zieht eine Woche für Sitzordnung und Druck sowie zwei Wochen für das Nachfassen ab und tragt das Ergebnis als festes Datum in den Kalender. Notiert die Frist des Dienstleisters gleich daneben, damit beide Daten nebeneinander stehen. Dieses eine Datum bestimmt anschließend die Reihenfolge fast aller weiteren Aufgaben.

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