Hochzeitseinladung: Wann verschicken wir sie?

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Verschickt die Hochzeitseinladungen sechs bis acht Wochen vor der Hochzeit. Bei Feiern im Ausland, an Feiertagswochenenden oder mit vielen anreisenden Gästen sind drei Monate besser. Die Rückmeldefrist liegt drei bis vier Wochen vor dem Termin: früh genug für die Endzahlen des Caterings, spät genug für verlässliche Zusagen.

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Der Versandtermin wirkt wie eine Geschmacksfrage, ist aber eine Rechenaufgabe. Am Ende der Kette steht ein Datum, das Euch jemand anders vorgibt: der Termin, an dem die Location oder das Catering die verbindliche Personenzahl braucht. Alles davor ergibt sich rückwärts.

Dieser Text rechnet die Kette einmal komplett durch, nennt die Ausnahmen, in denen Ihr deutlich früher verschicken müsst, und beschreibt, was zwischen Rückmeldefrist und Endzahl noch zu tun ist. Der Text der Karte selbst ist ein eigenes Thema.

1. Warum sechs bis acht Wochen

Sechs bis acht Wochen sind kein Zufallswert, sondern das Ergebnis zweier gegenläufiger Kräfte. Verschickt zu früh, landet die Karte in einem Stapel, der drei Monate liegt: Gäste antworten spät, weil der Termin weit weg ist, und die Karte verschwindet unter Rechnungen. Verschickt zu spät, sind Urlaube gebucht, Kinderbetreuung vergeben und Hotels ausgebucht.

Dazwischen liegt das Fenster, in dem eine Einladung noch als dringlich wahrgenommen wird, aber Gäste ihr Wochenende noch frei planen können. Wer bereits Save-the-Dates verschickt hat, kann bequem an den unteren Rand gehen: Die Terminreservierung hat die Arbeit schon getan, die Einladung liefert nur noch die Details.

Ohne Save-the-Date solltet Ihr eher acht bis zehn Wochen ansetzen. Die Einladung übernimmt dann beide Aufgaben gleichzeitig, und Gäste brauchen für die erste Terminentscheidung erfahrungsgemäß mehr Zeit als für das Ausfüllen einer Antwortkarte.

Ein zweiter Faktor ist die Zusammensetzung der Gästeliste. Eine Feier, zu der überwiegend Menschen aus derselben Stadt kommen, verträgt sechs Wochen problemlos. Sobald ein nennenswerter Teil der Gäste älter ist, nicht per Nachricht erreichbar ist oder auf Hilfe beim Buchen angewiesen ist, verschieben sich alle Antworten nach hinten — dann sind acht Wochen die sichere Wahl.

Praktisch gerechnet: Bei einer Hochzeit am 12. September bedeutet „acht Wochen vorher" den 18. Juli. Der Druckauftrag müsste dann rund zwei Wochen früher raus, die Freigabe des Entwurfs noch einmal zwei Wochen davor. Wer diese drei Daten in den Kalender einträgt, statt sie im Kopf zu behalten, verliert sie nicht zwischen Location-Besichtigung und Menüprobe.

Der Versandtermin richtet sich nicht nach dem Kalender der Druckerei, sondern nach dem Tag, an dem das Catering die Endzahl braucht.

2. Der Rückwärtskalender

Rechnet vom Hochzeitstag rückwärts, nicht vom heutigen Tag vorwärts. Nur so fällt auf, wenn zwei Schritte kollidieren.

ZeitpunktSchrittWarum genau dann
6–8 Monate vorherSave-the-Date rausGäste blocken das Wochenende, bevor andere Termine es belegen.
4 Monate vorherGästeliste final, Adressen vollständigFehlende Hausnummern sind der häufigste Grund für Verzögerung.
3 Monate vorherEntwurf freigeben, Korrektur lesenDie Druckerei braucht danach ihre eigene Zeit.
10 Wochen vorherDruckauftrag erteiltDigitaldruck 3–7 Werktage, Letterpress und Prägung deutlich länger.
6–8 Wochen vorherEinladungen im BriefkastenDas eigentliche Versandfenster.
3–4 Wochen vorherRückmeldefristPuffer für Nachfassen und Nachrückerinnen.
10–14 Tage vorherEndzahl an Catering und LocationDer Termin, der die ganze Kette bestimmt — beim Vertragspartner nachlesen.

Der letzte Punkt ist der einzige, der nicht verhandelbar ist. Prüft im Vertrag, wie viele Tage vorher die verbindliche Personenzahl fällig ist, und legt die Rückmeldefrist mindestens zehn Tage davor. Wer diesen Abstand auf drei Tage schrumpfen lässt, telefoniert am Ende in der Woche vor der Hochzeit Zusagen hinterher.

2. Der Rückwärtskalender — Hochzeitseinladung: Wann verschicken wir sie?

3. Wann Ihr deutlich früher verschicken müssen

Vier Situationen verschieben das Fenster nach vorn, und sie verschieben es nicht um Tage, sondern um Wochen:

  • Hochzeit im Ausland oder mit Flugreise: drei Monate, besser vier. Gäste brauchen Flüge, Urlaub und in manchen Fällen ein gültiges Reisedokument.
  • Feiertags- und Brückenwochenenden: drei Monate. Solche Wochenenden sind bei Euren Gästen zuerst verplant.
  • Viele Gäste mit Kindern: zehn Wochen. Betreuung am Wochenende organisiert sich nicht in vierzehn Tagen.
  • Hochsaison am Ort: zehn Wochen, wenn Eure Gäste ein Zimmer brauchen und der Ort im Sommer ausgebucht ist. Reserviert in dem Fall ein Zimmerkontingent und nennt es in der Einladung.

Umgekehrt gibt es kaum Gründe, später als sechs Wochen zu verschicken. Eine Ausnahme: die sehr kleine Feier im engsten Kreis, bei der ohnehin jeder mündlich vorgewarnt ist. Dann ist die Karte eine Bestätigung, keine Anfrage — und vier Wochen reichen.

In allen anderen Fällen lohnt es sich, den Stapel zu teilen, statt den Termin für alle zu verschieben. Adressen im Ausland, Gäste mit Flugreise und alle, die ein Zimmer brauchen, bekommen ihre Einladung ein bis zwei Wochen vor dem Rest. Für die Druckerei ändert sich dadurch nichts, für den Postgang nur die Reihenfolge — der Aufwand liegt allein darin, die Liste vorher in zwei Stapel zu sortieren.

4. Rückmeldefrist, Nachfassen, Nachrücker

Die Rückmeldefrist gehört sichtbar auf die Antwortkarte oder die Einladung, mit vollständigem Datum und nicht als „bitte bald". Erfahrungsgemäß antwortet ein Teil der Gäste erst, wenn die Frist genannt und erreicht ist.

Rechnet damit, dass nach Ablauf der Frist ein Viertel bis ein Drittel der Antworten fehlt. Das ist normal und kein Zeichen von Desinteresse. Plant deshalb bewusst eine Nachfassrunde ein: eine Woche nach der Frist, per Nachricht oder Anruf, mit einem Satz und ohne Vorwurf. Zwei Personen teilen sich die Liste, dann ist sie an einem Abend abgearbeitet.

Für das Nachfassen hilft ein vorbereiteter Satz, den beide gleich verwenden: „Hallo Maria, wir stellen gerade die Tischordnung zusammen und haben von Dir noch keine Rückmeldung. Kannst Du uns bis Sonntag kurz sagen, ob Ihr kommt? Kein Problem, wenn es nicht klappt." Das nennt einen Grund, setzt eine neue Frist und macht das Absagen leicht — drei Dinge, an denen freundliche Nachfragen sonst scheitern.

Wer Absagen bekommt und eine Nachrückliste führt, sollte die zweite Runde spätestens vier Wochen vor dem Termin verschicken. Danach wirkt eine Einladung wie das, was sie dann auch ist. Wenn Ihr die Zusagen ohnehin digital sammelt, spart Ihr Euch das Abtippen der Antwortkarten und sehen den Stand jederzeit — eine Hochzeitswebsite übernimmt dabei die Buchführung, die Karte bleibt trotzdem das, was im Briefkasten liegt.

4. Rückmeldefrist, Nachfassen, Nachrücker — Hochzeitseinladung: Wann verschicken wir sie?

5. Die fünf häufigsten Fehler beim Versandtermin

Alle Karten am selben Tag. Auslandsadressen brauchen Vorlauf. Trennt den Stapel und verschickt internationale Einladungen ein bis zwei Wochen früher.

Versand kurz vor der Urlaubszeit. Eine Einladung, die Ende Juli in einen leeren Briefkasten fällt, wird Ende August gelesen. Zieht den Termin vor oder schiebt ihn hinter die Ferien.

Rückmeldefrist ohne Puffer. Wenn die Frist auf denselben Tag fällt wie die Meldung an das Catering, habt Ihr keinen Spielraum. Zehn Tage Abstand sind das Minimum.

Adressen erst beim Kuvertieren prüfen. Fehlende Adressen halten den ganzen Stapel auf. Die Liste gehört vier Monate vorher geschlossen, nicht am Küchentisch am Versandabend.

Den Druckvorlauf vergessen. Zwischen Freigabe und Briefkasten liegen bei Digitaldruck wenige Tage, bei Letterpress mehrere Wochen. Der Versandtermin ist erst dann realistisch, wenn das Druckverfahren feststeht.

Das Porto erst am Versandtag klären. Eine gefüllte Einladung mit Antwortkarte, Beikarte und Umschlag wiegt oft mehr als erwartet, und quadratische Umschläge fallen in Deutschland grundsätzlich in eine höhere Portoklasse. Wiegt ein vollständig bestücktes Musterkuvert, bevor Ihr den ganzen Stapel frankiert — sonst steht am Abend vor dem Versand die Frage, ob die gekauften Marken reichen.

Sechs bis acht Wochen vor der Hochzeit, drei Monate bei Anreise, Rückmeldefrist drei bis vier Wochen vorher und mindestens zehn Tage Abstand zur Endzahl des Caterings: Mit diesen vier Werten steht der Versandplan. Der nächste sinnvolle Schritt ist der Blick in den Cateringvertrag — dort steht das Datum, von dem aus alles andere zurückgerechnet wird.

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