Brautkleid-Anprobe vorbereiten: So wird der Termin brauchbar

Brautkleid-Anprobe vorbereiten: So wird der Termin brauchbar

8 Min. Lesezeit

Eine Brautkleid-Anprobe dauert meist ein bis anderthalb Stunden und entscheidet über eine vierstellige Ausgabe. Vier Angaben gehören schon ins Telefonat: Hochzeitsdatum, Preisrahmen, Konfektionsgröße und die Zahl der Begleitpersonen. Zum Termin selbst braucht Ihr Schuhe in der geplanten Absatzhöhe, unauffällige Unterwäsche und eine Möglichkeit, jedes Kleid gleich zu dokumentieren.

Plant Ihr Eure Traumhochzeit?

Erstellt Eure eigene Hochzeitswebsite in wenigen Minuten – mit RSVP-Funktion, Fotogalerie und mehr.

Hochzeitshomepage erstellen

Der Unterschied zwischen einem guten und einem verlorenen Anprobetermin liegt fast nie am Angebot des Geschäfts, sondern daran, ob Ihr hinterher noch wisst, was Ihr gesehen habt. Nach acht Kleidern in neunzig Minuten erinnert sich niemand an die Details. Ohne Notizen entscheidet am Ende die Reihenfolge: Das letzte Kleid gewinnt.

Dieser Beitrag geht den Termin von der Buchung bis zur Verabschiedung durch. Er nimmt Euch die Entscheidung nicht ab, aber er sorgt dafür, dass Ihr sie auf einer Grundlage trefft, die auch am nächsten Tag noch trägt.

1. Das Telefonat vor dem Termin

Fast jedes Brautmodengeschäft arbeitet mit Terminen. Das Gespräch, in dem Ihr den Termin vereinbart, ist mehr als eine Formalität. Vier Angaben von Euch und drei Fragen an das Geschäft entscheiden, ob der Termin passt.

Was Ihr nennt:

  • Das Hochzeitsdatum. Es bestimmt, welche Kleider überhaupt noch rechtzeitig lieferbar sind. Ein Geschäft, das es früh weiß, zeigt Euch andere Modelle.
  • Den Preisrahmen. Nennt eine Obergrenze und sagt dazu, ob Änderungen darin enthalten sein sollen. Beides zu verschweigen, führt zuverlässig zu Kleidern, die Ihr nicht kaufen werdet.
  • Die übliche Konfektionsgröße. Musterkleider liegen meist nur in ein oder zwei Größen vor. Passt keine davon, ist der Termin verloren, bevor er beginnt.
  • Die Zahl der Begleitpersonen. Viele Geschäfte haben begrenzt Platz und begrenzen die Zahl der Gäste ausdrücklich.

Was Ihr fragt: „In welchen Größen liegen die Musterkleider vor?“ „Wird die Änderung im Haus gemacht, und was kostet sie ungefähr?“ „Wie lange dauert der Termin, und wie viele Kleider sind darin vorgesehen?“

Die dritte Frage lohnt sich besonders. Ein Termin über sechzig Minuten mit vier Kleidern ist etwas anderes als neunzig Minuten mit acht. Beides ist üblich. Wenn Ihr an einem Tag zwei Geschäfte besucht, plant zwischen den Terminen mindestens eine Stunde Abstand ein, damit der zweite nicht unter Zeitdruck steht. Wie viele Termine insgesamt sinnvoll sind, steht in unserem Beitrag Brautkleid finden.

Ohne Notizen entscheidet nicht Euer Urteil, sondern die Reihenfolge: Das zuletzt anprobierte Kleid gewinnt fast immer.

2. Was Ihr mitbringt

Die Liste ist kurz. Trotzdem fehlt fast immer etwas davon. Die ersten drei Punkte sind die wichtigen: Sie verändern, wie ein Kleid aussieht und sitzt.

MitbringenWarum
Schuhe in der geplanten AbsatzhöheDie Länge des Kleides ändert sich mit dem Absatz um mehrere Zentimeter. Notfalls genügen Schuhe mit ähnlicher Höhe.
Unauffällige, nahtlose Unterwäsche in HauttonSie zeichnet sich nicht ab und verfälscht die Silhouette nicht. Dunkle Wäsche macht jedes helle Kleid unbrauchbar zu beurteilen.
Haare grob so, wie sie geplant sindOffene Haare verdecken Rücken und Ausschnitt. Ein Haargummi reicht, um beides zu vergleichen.
Wenig Make-up, keine dunklen LippenManche Geschäfte verlangen es. In jedem Fall haftet Ihr für Flecken auf einem Musterkleid.
Ein Zettel mit Eurer ObergrenzeEine aufgeschriebene Zahl hält im Gespräch besser als eine gedachte.
Ein aufgeladenes TelefonFür Fotos und Notizen. Beides braucht Ihr ab dem zweiten Kleid.

Nicht mitbringen müsst Ihr Inspirationsbilder in großer Zahl. Zwei bis drei genügen, um eine Richtung zu zeigen. Wer zwanzig Bilder mitbringt, hat meist zwanzig verschiedene Richtungen dabei und merkt es erst im Laden.

Und plant den Termin nicht auf einen Tag, an dem Ihr Euch unwohl fühlt. Das klingt banal, ist aber der häufigste Grund für einen Termin, der nichts bringt: Wer müde, hungrig oder gerade von einer Diskussion über das Budget kommt, beurteilt kein Kleid fair. Esst vorher etwas und nehmt Wasser mit.

2. Was Ihr mitbringt — Brautkleid-Anprobe vorbereiten: So wird der Termin brauchbar

3. Wer mitkommt und welche Rolle diese Person hat

Die Begleitung ist der am meisten unterschätzte Teil der Anprobe. Zwei Personen sind ideal, drei sind die Obergrenze, ab vier entscheidet die Gruppe und nicht mehr Ihr.

Hilfreich ist, jeder Person vorher eine Aufgabe zu geben. Das klingt umständlich und verhindert genau das Durcheinander, das viele Termine unbrauchbar macht:

  • Eine Person fotografiert. Immer dieselben drei Perspektiven, immer am selben Ort im Laden, immer mit demselben Licht.
  • Eine Person achtet auf die Zahlen. Sie notiert Preis, geschätzte Änderungskosten und Lieferzeit, während Ihr das Kleid anschaut.
  • Alle anderen sagen erst etwas, wenn sie gefragt werden. Ein spontanes Gesicht im Spiegel wirkt stärker als jedes Argument.

Wählt die Begleitung nach dieser Frage aus: Wer kann sagen, was er sieht, ohne zu sagen, was Ihr wollen sollt. Das ist nicht automatisch die Person, die Euch am nächsten steht. Selten ist es die Person, die das Budget mitbezahlt. Wer beides in einer Person hat, sollte die Rollen wenigstens benennen.

Wenn eine wichtige Person nicht dabei sein kann, verschiebt nicht den Termin, sondern schickt Fotos und holt sie zur zweiten Anprobe dazu. Ein Videoanruf mitten im Termin ist selten hilfreich: Die Bildqualität verfälscht Farben. Außerdem sieht die Person im Bild nicht, wie sich das Kleid bewegt.

4. Wie Ihr Kleider vergleichbar festhaltet

Vergleichbar heißt: gleiche Fotos, gleiche Angaben, gleiche Reihenfolge. Ein einziger Zettel je Kleid genügt. Er sollte immer dieselben sechs Felder haben.

FeldBeispiel
Geschäft und Datumdamit Ihr später nachfragen könnt
Hersteller und Modellnummerder einzige eindeutige Name, den ein Kleid hat
Preisder Kleidpreis allein
Geschätzte Änderungenvom Geschäft genannt, nicht geraten
Lieferterminals Datum, nicht als Monat
Ein Satz von Euchwas Euch aufgefallen ist, positiv oder negativ

Die drei Fotos sind wichtiger als jede Beschreibung: einmal von vorn, einmal von der Seite, einmal von hinten, alle im Stehen und ohne Pose. Macht dazu ein viertes im Sitzen, wenn das Geschäft es erlaubt. Fotografiert immer an derselben Stelle, weil Licht und Hintergrund sonst mehr Unterschied machen als das Kleid.

Manche Geschäfte erlauben keine Fotos. Das ist ihr gutes Recht, das Ihr akzeptieren solltet. Es hat aber eine Folge, die Ihr kennen müsst: Ohne Bilder ist ein Vergleich über mehrere Termine praktisch unmöglich. Notiert dann mehr, entscheidet früher und behandelt das Verbot als das, was es ist, nämlich als Argument dafür, an diesem Tag noch nicht zu unterschreiben.

Übertragt die geschätzten Änderungskosten am selben Abend in Euer Budget. Sie sind der Posten, der zwischen Anprobe und Rechnung am zuverlässigsten wächst. Wie sich das Outfit in die Gesamtsumme einfügt, zeigt unser Beitrag zur Aufteilung des Hochzeitsbudgets.

4. Wie Ihr Kleider vergleichbar festhaltet — Brautkleid-Anprobe vorbereiten: So wird der Termin brauchbar

5. Die Verkaufssituation und was ein Ja bindet

Eine Anprobe ist ein Verkaufsgespräch in einer sehr emotionalen Lage. Beide Seiten wissen das. Das ist nicht unanständig, aber es verändert, wie Ihr entscheiden solltet.

Drei Muster tauchen regelmäßig auf: Das Kleid sei ein Einzelstück und morgen weg. Der Preis gelte nur heute. Oder es wird ein Kleid deutlich über Eurer Obergrenze gebracht, weil die günstigeren danach günstig wirken. Alle drei sind normale Verkaufstechniken. Die passende Antwort ist immer dieselbe: Ihr entscheidet nicht im Laden, sondern nach einer Nacht Abstand. Ein Angebot, das das nicht aushält, war keins.

Vor jeder Unterschrift gehört eine Frage gestellt, die selten von allein beantwortet wird: Unter welchen Bedingungen und zu welchen Kosten könnt Ihr aussteigen? Die Antwort hängt vom Land und von der Kaufform ab. Sie ist nicht das, was viele aus dem Onlinehandel gewohnt sind. In Deutschland gibt es beim Kauf im Ladengeschäft kein gesetzliches Widerrufsrecht; ein Rücktritt ist also nur möglich, wenn er vereinbart wurde. Prüft deshalb, welche Regel bei Euch gilt, statt sie anzunehmen. Lasst Euch die vereinbarte Regel schriftlich geben.

Dasselbe gilt für die Anzahlung. Üblich ist ein Teilbetrag bei Bestellung. Lasst Euch schriftlich bestätigen, wie hoch der Restbetrag ist, wann er fällig wird und was mit der Anzahlung passiert, wenn der Liefertermin nicht gehalten wird. Ein seriöses Geschäft hat damit kein Problem.

Und wenn Ihr im Termin sicher seid: Kauft. Die Regel mit der Nacht Abstand ist ein Schutz vor Druck, kein Verbot, sich zu freuen. Sie greift dann, wenn Ihr merkt, dass Ihr gerade überredet werdet. Sie greift nicht, wenn Ihr das Kleid gefunden habt.

Ein guter Anprobetermin ist keine Frage des Glücks, sondern der Vorbereitung: die richtigen Angaben am Telefon, Schuhe und Wäsche im Gepäck, zwei Personen mit klaren Aufgaben und ein Zettel je Kleid. Damit habt Ihr am Abend eine Grundlage, die auch am nächsten Morgen noch etwas taugt.

Der nächste sinnvolle Schritt ist der Anruf: Vereinbart zwei Termine in derselben Woche und nennt dabei Datum, Preisrahmen und Größe. Alles Weitere entscheidet sich vor Ort.

Rund um die Hochzeit

Plant Ihr Eure Traumhochzeit?

Erstellt Eure eigene Hochzeitswebsite in wenigen Minuten – mit RSVP-Funktion, Fotogalerie und mehr.